Vorwort   

 

     Wie man unter „Freie Schulgemeinde Wickersdorf“ bei Wickipedia nachlesen kann, war diese Schulgemeinde bei Saalfeld am östlichen Rande des Thüringer Waldes eines der wichtigsten reformpädagogischen Schulprojekte in Deutschland. Im Herbst 1906 von einer Gruppe „pädagogischer Rebellen“ um Paul Geheeb, August Halm, Martin Luserke und Gustav Wyneken gegründet, bestand die Internatsschule bis 1991.

      Weiter in Wickipedia: Das reformpädagogische Projekt sollte der Idee der Erziehung als Formung des Menschen im Sinne einer Weltanschauung dienen. Besonders für Wyneken ging es um eine Neubestimmung des Verhältnisses zwischen Lehrer und Schüler. Dieses sollte auf Kameradschaft und Führertum basieren. Er öffnete die Schule für Koedukation und Sexualerziehung. Im Gegensatz zum christlich geprägten Unterricht in herkömmlichen Schulen legte der Atheist Wyneken einen inhaltlichen Schwerpunkt auf die künstlerische, besonders die musische Erziehung. Bemerkenswert ist der große Anteil jüdischer Schüler. Auch Erziehung zur Demokratie durch praktizierte Schülermitbestimmung hatte im Rahmen der Schulgemeinde einen wichtigen Stellenwert.

      Als nach der Wende ehemalige Wickersdorfer Schüler aus Ost und West sich in Strausberg das erste Mal durch die Initiative des einstigen Schülers Dieter Matzukat im Frühjahr 1991 trafen, und die Weiterführung der Schulgemeinde noch nicht entschieden war, wurde angeregt, die Namen und Anschriften möglichst vieler ehemaliger Schüler und Lehrer zu sammeln, um die Gemeinschaft so weit möglich zu erhalten und sie zu Schriftbeiträgen über unser Schulgemeinde anzuregen. So sammelten Dieter Matzukat und ich über 120 Beiträge, die wir in 5 Bänden im Selbstverlag in den folgenden Jahren bis 2002 herausgaben. Genau diese 5 Bände sind im Folgenden wiedergegeben.

      Bereits in den einzelnen Heften wurde unter „In eigener Sache“ darauf hingewiesen, dass die Herausgeber nur Sammler und Zusammenfasser der Beiträge sind, und dass wir nicht für die Inhalte verantwortlich sind. Wir maßten uns ebenfalls nicht an, in irgendeiner Weise eine Zensur auszuüben, so dass hier jeder zu Wort kommen konnte, ganz gleich, welcher Art seine Erinnerungen waren. Somit waren hier auch die unterschiedlichsten politischen Standpunkte vertreten. Wir wählten deshalb auch für sämtliche Artikel – abgesehen von historischen Artikeln, die wir in ihrer Frakturschrift erhielten – die gleiche Schriftart und Schriftgröße, um  nicht auf Umwegen eine Wertung einzuführen.

 

     Nach den 5 Bänden finden Sie später einige Bilder von Wickersdorf.

Erläuterung zu den Bildern:  1 + 2:  Dorfstraße mit Internatseingang vor dem Kriege;   Marstall;    Typischer Schlafraun im Marstall;   Speisesaal mit Kamin und Tür zum Musikraum;   Speisesaal mit Podest;   Tischlerei;  Ehemalige am Mäuerchen 17.Sept.1998